Die Geschichte des MOOLs - Project

Wie soll man eine solche Geschichte denn erzählen? Wo nahmen die Verwirrungen ihren Anfang und wo entsponnen sie sich wieder? Ich werde einfach schreiben und versuchen die Geschichte zu erzählen, die hinter dem steht, was alle nur als das „MOOLs – Project“ kennen.
Lassen sie uns zurückreisen in die 70er Jahre, weit Richtung Osten, hinter den Eisernen Vorhang, der sich damals durch Europa zog. Wir befinden uns Mitten im Jahr 1976, im Rumänien unter Nicolae Ceausescu. Dem Despoten war zu dieser Zeit das Geld ausgegangen und er versuchte sich beim großen Väterchen Liebkind zu machen, von dem er sich Jahre zuvor losgesagt hatte. Als sein Geschenk hatte er den „sowjetischen neuen Menschen“ im Auge.
Otto Hirchler hatte sich im Mai dieses Jahres, auf der Suche nach einem neuen Unterschlupft nach Rumänien abgesetzt und wurde mit offenen Armen empfangen. Hirchler war im Dritten Reich einer der führenden Eugeniker und somit Herrscher über Leben und Tod gewesen. Seine Verbrechen hatten im kalten Krieg keine Bedeutung mehr und so wurde seine Expertise zu einer hoch geschätzten und wertvollen Ware.
Breschnew und die anderen führenden Sowjets hielten Eugenik und das Forschen im Bereich der mendelschen Genetik offiziell für faschistischen Unsinn, wollten aber auch nichts unversucht lassen den Kommunismus als treibende Kraft der Menschheit zu etablieren. Ceausescus Angebot kam also genau zur rechten Zeit. Motiviert durch den Sieg in Vietnam strebte man nun endgültig die Weltrevolution an.
Von den Ostkarpaten, genauer dem Baraolt – Gebirge aus sollte die neuen „Supermenschen“ den Planeten erobern. In einer unscheinbaren Villa erbaute man Hirchler und seinen Männern eilig ein Laboratorium. Es wurden junge Frauen aus der Sowjetunion nach Rumänien geschickt, die ihren Uterus dem Vaterland schenkten. Junge Männer kamen, die als die strammsten im ganzen Land gerühmt wurden. Doch nie sah ein Mann dort, in den Bergen von Baraolt, das Antlitz einer Frau. Jedes Geschlecht gab seinen Beitrag zur großen Sache für sich allein.
Einer der Freiwilligen war ein junger Aristokrat, der sich vom Adel los gesagt und sich seit frühester Jugend für den Kommunismus und seine Ideen begeistert hatte. Sein Vater war zwar ein Deutscher gewesen, aber Breschnew hatte aus irgendeinem Grund einen Faible für ihn. Honecker selbst hatte den jungen Mann, der auf den Namen Mark Olmo Ortenzius von Leipzig hörte, in die Sowjetunion in die Schmiede entsandt. Viel ist über ihn nicht bekannt. Es existiert kein einziges Foto. Laut Akteneintrag von Hirchler persönlich war er 1,90 m groß, schlank und galt im Sinne der Ideologie als intelligent. Es finden sich auch noch einige Informationen zu seinen Vitalwerten, zur Krankengeschichte. Natürlich gibt es auch einen Stammbaum, eben alles, was man so braucht, um „Supermenschen“ zu züchten. Alles in allem erfüllte Herr von Leipzig alle Voraussetzungen. Er hatte nur einen kleinen Makel, ein Augenleiden, doch das erschien den Herren um Hirchler nicht als wichtig.
Laut den Aufzeichnungen hielt sich Mark Olmo Ortenzius von Leipzig neun Tage in der Villa im Baraolt – Gebirge auf, musste mehrere Tests über sich ergehen lassen und wurde die gesamte Zeit über penibel überwacht. Eine für uns aber sehr wichtige Information war, dass man über die Jahre mit seinem eingefrorenen Sperma 486 Eizellen befruchtet hatte. Und noch wichtiger, 93 dieser Eizellen kamen auch durch. Der feine Herr von Leipzig wurde also ohne sein Wissen 93 Mal Vater. Die Mütter waren nicht nur sowjetische Musterfrauen, nein. Der Samen wurde in alle Länder des Warschauer Paktes getragen. Nach Polen und Ungarn, in die DDR genauso wie die CSSR. Die Namen der Mütter, sowie der Kinder waren alle fein säuberlich und nach Alphabet sortiert aufgelistet.
An dieser Stelle macht unsere kleine Geschichte einen großen Sprung, einen Zeitsprung und nicht ganz unerheblich. Die Jahre vergingen, ohne dass die Welt Notiz von Ceausescus kleinem Experiment nahm. Der Eiserne Vorhang fiel, die Sowjetunion zerbrach und der rumänische Diktator ging mit der Internationalen auf den Lippen zum Teufel. Die Welt drehte sich weiter und wurde erst 2012 wieder aufmerksam auf das „MOOLs - Project“. Also nicht wirklich die ganze Welt, vielmehr ein kleiner, unscheinbarer Mann. Auf der Suche nach seinen Eltern stolperte Dimitri Altmann über die Akte von Mark Olmo Ortenzius von Leipzig. Seit seiner Jugend versuchte das ehemalige Heimkind herauszufinden, wer er war und woher er stammte. Alle Spuren hatten ihn nach Rumänien und zu der vergessenen Unternehmung von Hirchler und seinen Kollegen geführt. Über einen ehemaligen KGB Mitarbeiter war er an die Aufzeichnungen gelangt. Weiter teilte ihm dieser Mann mit, dass seine Mutter bereits tot war. Auch sein Vater, besagter Herr von Leipzig war schon vor Jahren verstorben.
Als Dimitri aber erfuhr, dass er 92 Geschwister hat, machte er sich sofort auf die Suche nach ihnen. Doch wie sollte er sie finden? Er hatte zwar die Namen, aber sonst kaum brauchbare Hinweise und so beschloss er, einen Privatdetektiv zu engagieren. In seinem Fall sollte es eine Frau werden, eine gewisse Elvira Kaiser, eine Expertin in Sachen Ausscouten. Und sie machte sich sofort an die Arbeit.

To be continued...
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Emergenza...Klappe die Zweite! Auftritt im Puschkin zu 20 Jahre Emergenza
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18Uhr - coloradio.org: The Mools im Interview! Bald auch als Podcast.
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25.01.2015
Wir sind eine Runde weiter beim Emergenza! Am 24/25.04. geht es weiter, also kommt und unterstützt uns!
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19.05.2014
Masterdatein erhalten,
mit besten Dank an Ralf, der nicht nur unsere Stücke aufgenommen hat, sondern sie auch innerhalb doch recht kurzer Zeit abgemischt hat.